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| Bad Laasphe.
Reinhard Schlagintweit, Vorsitzender von UNICEF Deutschland, war im Rahmen
des ZEUS-Projektes an die Lachsbach-Schule in Bad Laasphe gekommen. Wir
hatten uns zuvor im Unterricht mit UNICEF, Kinderarbeit (die Klasse 1/5
hat es praktisch ausprobiert und Schuhe geputzt und Zeitungsbündel
geschleppt), Kriegskindern und vielem mehr beschäftigt.
Es zeigte sich bei den Veranstaltungen,
dass wir an Herrn Schlagintweit viele Fragen hatten. Leider können
wir nur einen Teil davon aufschreiben, z. B. seine Erlebnisse in Afghanistan.
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ZEUS: Wie erging
es Ihnen, als Sie 1995 das Land besucht haben?
Schlagintweit: Ich war bedrückt, so viel Zerstörung und Armut zu sehen. Vor allem den Kindern geht es sehr schlecht. ZEUS: Warum dürfen Frauen in Afghanistan nicht arbeiten und Mädchen nicht in die Schule gehen? Schlagintweit: Das sind traditionelle Vorstellungen von der Rollenverteilung zwischen Männern und Frauen. Solche Traditionen leben häufig in Krisenzeiten wieder auf.ZEUS: Warum werden Häuser zerschossen? Schlagintweit: Die Bürgerkriegspartei, die Kabul erobern wollte, dachte, dass sie den Widerstand der Stadt brechen könnte. ZEUS: Woher haben die Leute das Geld für die Waffen? Durch den Anbau und Verkauf von Drogen. ZEUS: Warum arbeiten Kinder überhaupt in vielen Ländern? Schlagintweit: Die Eltern der Kinder verdienen oft nicht genug Geld, um Essen und Kleidung zu kaufen. Die Fabriken stellen lieber Kinder ein, da sie denen nicht so viel Lohn zahlen müssen. Viele Kinder sind auch Waisen. ZEUS: Welche Arbeiten machen die Kinder? Schlagintweit: Sehr viele verschiedene Arbeiten, die oft sehr hart sind und krank machen, wie z. B. Teppiche knüpfen, Steine schleppen, im Bergwerk arbeiten. ZEUS: Warum holen Sie keine Kinder nach Deutschland, z. B. die verletzten? Schlagintweit: Es gibt deutsche Organisationen, die verletzte Kinder nach Deutschland holen, damit sie operiert und geheilt werden können. Das gleiche machen Helfer in anderen europäischen Ländern, Wenn sie wieder- gesund sind, wollen die Kinder wieder zurück zu ihren Familien in Afghanistan.ZEUS: Haben die Kinder eine Zukunft? Schlagintweit: Ja, aber meistens eine schwere. In vielen Teilen des Landes herrscht Frieden, aber auch große Armut. Trotzdem gibt es hier eine Zukunft für die Kinder. Schlechter sieht es in der Stadt und in den Flüchtlingslagern für die Kinder aus. Für sie beginnt eine aussichtsreiche Zukunft erst, wenn Frieden herrscht und das Land wieder aufgebaut werden kann. ZEUS: Warum ist es so wichtig, daß die Kinder in die Schule gehen? Schlagintweit: Wenn man nichts gelernt hat, kann man heute keinen befriedigenden Beruf ergreifen. Man kann nicht verstehen, was Gebrauchsanleitungen für Geräte einem sagen. Man kann Kosten nicht berechnen. Und man kann später seine Kinder nicht auf die Zukunft vorbereiten. ZEUS: Vielen Dank, daß Sie gekommen sind und unsere Fragen beantwortet haben. |
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